ProjektBVV-Wahlperiode 2021–2026

Über Rateo

Versteh, was in deinem Bezirk passiert.

Steckbrief

Erfasst
rund 26.000 Vorgänge, elf Bezirke
Zeitraum
Wahlperiode 2021 bis 2026
Aktualisierung
wöchentlich
Trägerschaft
unabhängig, kein Angebot einer BVV oder eines Bezirksamts

Wie die Daten entstehen und wo ihre Grenzen liegen, steht in der Methodik.

Was Rateo ist

Rateo ist ein öffentliches Recherchewerkzeug für Berliner Bezirkspolitik und macht die politische Arbeit in den Bezirken sichtbar. Im Mittelpunkt stehen die Bezirksverordnetenversammlungen, kurz BVVen: ihre Anfragen, Anträge und Beschlüsse. Rateo verbindet amtliche Dokumente, die über verschiedene Systeme verstreut liegen, zu nachvollziehbaren politischen Vorgängen. So lässt sich verfolgen, wie ein Thema aufkam und was dazu beantragt und beschlossen wurde.

Drucksachen ausgewertet

Für diese elf Bezirke sind die Drucksachen der laufenden Wahlperiode geladen und mit Quelle belegt. Wie vollständig Datum und Fraktionszuordnung je Bezirk sind, steht in der Methodik.

Kein erreichbares Ratsinformationssystem

Für Spandau ist kein Ratsinformationssystem erreichbar. Ohne Quelle keine Anzeige.

Geodaten: ODbL

Warum Bezirkspolitik?

Tempo 30 vor der Schule, der Baum vor der Haustür, die Schaukel auf dem Spielplatz. Über solche Themen wird im Bezirk verhandelt. Trotzdem wissen die meisten Menschen mehr über Debatten im Bundestag als über das, was vor ihrer Haustür passiert.

Das liegt nicht an Desinteresse. Die Informationen sind zwar theoretisch öffentlich, aber sie liegen in unterschiedlichen Systemen, stecken in langen PDFs und lassen selten erkennen, was zusammengehört. Gleichzeitig ist die lokale Berichterstattung vielerorts zurückgegangen.

Wenn keiner sieht, was passiert, denken alle, es passiert nichts. Dabei werden in den Berliner BVVen jeden Monat Anträge eingereicht und Beschlüsse gefasst, ehrenamtlich und meist unbemerkt.

Das ist ein Infrastrukturproblem. Und Infrastruktur kann man bauen.

Für wen wir Rateo bauen

Rateo ist öffentlich zugänglich, kostenlos und ohne Anmeldung. Zuerst bauen wir es für Menschen, die Bezirkspolitik recherchieren, begleiten oder verstehen wollen.

Für interessierte Bürgerinnen und Bürger
Wer verstehen möchte, womit sich die eigene BVV beschäftigt oder wie ein Thema bislang behandelt wurde, findet bei Rateo einen nachvollziehbaren Einstieg.
Für Menschen in der Bezirkspolitik
Bezirksverordnete und Fraktionsmitarbeitende können mit Rateo frühere Initiativen finden, laufende Vorgänge verfolgen und nachvollziehen, was in anderen Bezirken zu einem Thema passiert ist.
Für den Lokaljournalismus
Rateo macht Entwicklungen und Zusammenhänge in den Berliner Bezirken sichtbar. Dabei werden keine Bewertungen vorgenommen, sondern belastbare Ausgangspunkte für eigene Berichterstattung aufgezeigt.

Wie wir arbeiten

Rateo basiert auf amtlichen Dokumenten aus den Ratsinformationssystemen der Bezirke. Wir machen sie zugänglich und durchsuchbar und zeigen so, was in den BVVen passiert. Dabei bleiben Quellen, Zusammenhänge und Unsicherheiten nachvollziehbar; die politische Bewertung liegt bei den Nutzenden.

Um die Vorgänge aus unterschiedlichen Formaten, Systemen und Bezirken zu erschließen, nutzen wir KI-Werkzeuge. Sie helfen uns beim Auslesen, Zuordnen, Aufbereiten und Durchsuchen. Fehler können dabei passieren. Wo Zuordnungen unsicher sind, machen wir das transparent, und Korrekturhinweise helfen uns, besser zu werden.

Und es ist ein Prototyp. Ob er gebraucht wird, entscheidest du.

Wohin das führt

Rateo beginnt mit der laufenden Wahlperiode (2021–2026): Anträge, Beschlüsse und Anfragen aus elf der zwölf Bezirke, bezirksübergreifend durchsuchbar. Für Spandau stehen die benötigten Daten derzeit nicht über ein von außen zugängliches Ratsinformationssystem bereit.

Daraus kann ein fortlaufendes Nachschlagewerk für Berliner Bezirkspolitik werden, das mit seinen Nutzenden besser wird.

Wir beginnen in Berlin. Doch das zugrunde liegende Problem existiert auch in vielen anderen Städten: Öffentliche Dokumente sind noch lange keine öffentlich nutzbare Information.

Daten, die allen gehören, sollten für alle lesbar sein.

Über das Projekt und wer dahintersteckt

Rateo ist ein eigenständiges Projekt und kein Angebot einer BVV, eines Bezirksamts oder des Landes Berlin.

Dahinter stehen Stefan Marquart und Simon Boffen. Wir haben beide mehrere Jahre bei MISSION KI gearbeitet, einer nationalen KI-Initiative, umgesetzt von acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und gefördert vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung. Dabei ging es um KI-Qualitätsstandards, Dateninfrastruktur und den Transfer von Forschung in die Praxis.

Nach mehreren Jahren, in denen wir Voraussetzungen für den KI-Einsatz anderer geschaffen haben, wollten wir diese Erfahrung auf ein konkretes öffentliches Infrastrukturproblem anwenden: nicht noch eine Studie oder ein Strategiepapier, sondern ein Werkzeug, das Menschen tatsächlich nutzen können. Rateo ist zugleich ein Praxisprojekt: Wir lernen daran, wie verantwortungsvolle KI-Werkzeuge entstehen, die im Alltag wirklich nützlich sind.

Wenn du einen Fehler findest, ein fehlendes Dokument oder eine falsche Zuordnung: schreib uns eine E-Mail. Wir schauen es uns an und korrigieren nachvollziehbar.

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